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Weiterer Ausbau in deutschen Gewässern: 2017-2030

 

Eine grundlegende Neuerung und Veränderung in 2017 im Hinblick auf die Förderung der Windenergie auf See betrifft die Umstellung von den festgelegten Einspeisetarifen des EEG hin zu einem mengenkontingentierten Ausschreibungs- und Bieterverfahren. Ziel dieses Systemwechsels ist es, die Kosten der Offshore-Windenergie weiter zu senken. Darüber hinaus soll die weitere Erschließung nach festgelegten, koordinierten Ausbauplänen für die erforderliche Netzinfrastruktur und die Offshore-Kraftwerke erfolgen. Bis 2030 sollen nach den bisherigen Plänen insgesamt 15 000 MW erbaut werden.

 

 

 

Ausbauszenario 2017 bis 2030

Datenquelle: [BNetzA Offshore Ausschreibungsverfahren]

 

 

Der Weg zu diesem Ziel ist in drei Phasen gegliedert: Alte EEG-Rechtslage (Phase 1), Übergangsphase (Phase 2) und Zentrales Modell (Phase 3).

 

Phase 1 – Alte EEG-Rechtslage: Von 2017 an bis 2020 werden nach der alten Rechtslage Projekte mit unbedingter Netzanschlusszusage oder Kapazitätszuweisung fertiggestellt. Ausgehend von etwa 5400 MW kumulierter Leistung zum 31. Dezember 2017 bedeutet dies, dass mit einem mittleren Zubau von nur 600 MW in den Jahren 2018 und 2019 das aktuelle Ausbauziel von 6500 MW bereits Anfang 2020 überschritten sein wird.

 

Phase 2 – Übergangsphase: Bereits 2017 und 2018 erfolgen die ersten Ausschreibungen in Höhe von jeweils 1550 MW für bestehende Projekte. Hierunter fallen diejenigen Vorhaben, die bereits vor dem 1. August 2016 eine Genehmigung erhalten haben oder planfestgestellt sind oder für die bereits ein Erörterungstermin stattgefunden hat. Die Ergebnisse dieser beiden Ausschreibungen sollen in einer Übergangsphase von 2021 bis 2026 zum Zubau von jeweils 500 MW in 2021 (nur Ostsee) und 2022 und zu jeweils 700 MW Zubau in den Jahren 2023 bis einschließlich 2025 führen.

 

Phase 3 – Zentrales Modell: Nach dieser Vorlaufzeit sollen ab 2026 jeweils 700–900 MW neu in Betrieb gehen. Die Umsetzung dieses Ausbauszenarios führt dann zu dem Ausbauziel von 15 000 MW in 2030.

 

Der Ausbau der Windenergie auf See soll sich nach den bisherigen Plänen entsprechend des Szenarios in der obigen Abbildung entwickeln.

Die erste Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen auf See nach § 29 WindSeeG fand Anfang 2017 statt. Das Ausschreibungsvolumen umfasste 1550 MW und betrifft Windenergieanlagen auf See, die nach dem 31. Dezember 2020 in Betrieb genommen werden sollen [BNetzA Asschreibung 2016]. Vier Projekte mit insgesamt 1490 MW Gesamtleistung erhielten die Zuschläge. Allgemein überrascht haben einige Bieter, die mit einem Gebotswert von 0,00 ct / kWh als zusätzliche Marktprämie den Zuschlag erhalten haben. Insgesamt hatten die Gebotspreise eine Spanne zwischen 0,00 ct / kWh und 6,00 ct / kWh. Der mengengewichtete, durchschnittliche Zuschlagswert dieser ersten Ausschreibung liegt bei 0,44 ct / kWh [BNetzA Ergebnisse Ausschreibung]. Details zu den bezuschlagten Projekten sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Die Ergebnisse der Ausschreibung waren für viele Beobachter eine Überraschung, insbesondere die Null-Cent-Gebote. Die Interpretationen streuen von erwarteten Kostenreduzierungen bis zu den Fertigstellungen mit bis dahin verfügbaren größeren und kosteneffektiveren Anlagen, aber auch mit Mutmaßungen, die Taktieren unterstellen, damit nicht im Vorfeld getätigte Planungsinvestitionen in Milliardenhöhe im wahrsten Sinne des Wortes »versenkt« werden. Zur Erinnerung: laut Windenergie-auf-See-Gesetz § 26 in Verbindung mit § 22 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes können an den Ausschreibungen zum 1. April 2017 und 1. April 2018 nur »bestehende Projekte« teilnehmen. Dazu zählen die Vorhaben die vor dem 1. August 2016 genehmigt, planfestgestellt oder erörtert worden sind und die im Falle von AWZ-Vorhaben in den Clustern 1 bis 8 (AWZ Nordsee) oder in Cluster 1 bis 3 (AWZ Ostsee) geplant sind [WindSeeG]. In unserem Special Report »Durch Auktionen wirklich günstiger?« erfolgt eine ausführliche Darstellung zu den Onshore-Ausschreibungsergebnissen.

 

Projekt

Eigentümer

Geplante installierte Leistung (MW)

Planmäßige Fertigstellung

Anzulegender Wert (ct/kWh)

Gode Wind 3

DONG

110

2023

0,06

OWP West

DONG

240

2024

0,00

Borkum Riffgrund West 2

DONG

240

2024

0,00

He Dreiht

EnBW

900

2025

0,00

 

Ergebnisse zur 1. Ausschreibung.

Datenquelle [BNetzA Ergebnisse Ausschreibung]