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Windbedingungen

 

Seit 2003 werden die Umgebungsbedingungen im Hinblick auf die Windenergienutzung auf drei, von der Bundesregierung geförderten Messstationen, den Fino-Messstationen, wissenschaftlich erfasst und ausgewertet. Das Akronym Fino steht für: »Forschungsplattformen in Nord- und Ostsee«. Von den drei Fino-Stationen stehen Fino 1 und Fino 3 in der Nordsee, Fino 2 in der Ostsee. Fino 1 steht in unmittel­barer Nähe zu dem Testfeld alpha ventus, Fino 3 liegt etwa 140 km nordöstlich von Fino 1 entfernt in räumlicher Nähe zum Offshore-Windpark Dan Tysk. Die Auswertungen der Fino-Messstationen belegen das – auch im Vergleich mit sehr guten Küstenstandorten – deutlich bessere Winddargebot offshore.

 

Die Abbildung zeigt die mittlere Windgeschwindigkeit der vergangenen Jahre in 90 Meter Höhe über der Nordsee (Fino 1, Fino 3), bzw. in 92 Meter Höhe über der Ostsee (Fino 2). Zum Redaktionsschluss lagen noch nicht alle Ergebnisse für 2017 der Messstationen Fino 1 und Fino 2 vor, deshalb sind diese Ergebnisse nur als vorläufig zu bewerten. Für Fino 1 fehlen die Monate Oktober bis Dezember, für Fino 2 fehlt der windstarke Monat Dezember. Als rechnerische, langjährige Mittelwerte der Windgeschwindigkeit in 90 Meter Höhe bzw. 92 Meter an den Stationen im Vergleichszeitraum 2011 bis 2017 wurden berechnet: Fino 1: 9,0 m / s, Fino 2: 9,3 m / s, Fino 3: 9,7 m / s. Diese Daten sind Anhaltswerte, denn es erfolgte keine Filterung von Störungen durch Masteinflüsse oder andere Beeinträchtigungen. Auffällig ist, dass die Jahresmittelwerte der Windgeschwindigkeit von Fino 1 (Nordsee) meist geringer als die Werte von Fino 2 (Ostsee) sind. Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass 2009 östlich von Fino 1 der Windpark alpha ventus gebaut wurde – die nächste Anlage ist nur 400 Meter von Fino 1 entfernt – und deshalb Winde aus östlichen Richtungen die Messungen an Fino 1 beeinträchtigen.

 

 

 

 Mittlere Windgeschwindigkeit der vergangenen Jahre an den Standorten FINO1 (90 m) und FINO2 (92 m)

Datenquelle: [BSH Forschungsplattformen]

 

 

 

Folgende Abbildung zeigt die Weibullverteilungen der Windgeschwindigkeiten an den drei Messstandorten in 90 Meter Höhe (Fino 1, Fino 3) bzw. in 92 Meter Höhe (Fino 2) für 2017. Zum Vergleich sind die langjährig ermittelten Messdaten an den drei Messstationen in der darauffolgenden Abbildung dargestellt. Auch für diese Darstellungen ist zu beachten, dass in 2017 für Fino 1 nur neun Monate und für Fino 2 nur 11 Monate berücksichtigt werden konnten.

 

 

 

 

  

Häufigkeitsverteilung der Windgeschwindigkeiten im Jahr 2017 im Vergleich

Datenquelle: [BSH Forschungsplattformen]

 

 

 

  

Vergleich Fino1 -3 von 2011 bis 2017

Datenquelle: [fraunhofer IEE]

 

 

 

 

Die langjährig vorherrschenden Windrichtungen auf 90 Meter Höhe bei Fino 1(siehe folgende Abbildung) sind durch Anströmungen aus Südwest geprägt. Die langjährige Windrichtungsverteilung, gemessen auf Fino 2, etwa 440 km Luftlinie östlich von Fino 1 in der Ostsee gelegen, zeigt die darauffolgende Abbildung. Auch hier dominieren Südwest-Winde das Windregime. Fino 3 hingegen weist auch größere Anteile im Bereich Südwest bis Nordwest (225 ° - 315 °) auf, siehe letzte Abbildung.

 

 

 

Fino 1, langjährige Windrichtungsverteilung in 90 m Höhe

Datenquelle: [BSH Forschungsplattformen]

 

 

 

 

 

Fino 2, langjährige Windrichtungsverteilung in 92 m Höhe

Datenquelle: [BSH Forschungsplattformen]

 

 

 

Fino , langjährige Windrichtungsverteilung in 100 m Höhe

Datenquelle: [BSH Forschungsplattformen]