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Bisheriger Ausbau Deutschlands

 

Etwa zeitgleich mit der Inbetriebnahme von alpha ventus erfolgte auch die Installation von weiteren Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee. In 2011 und 2012 wurden jährlich Anlagen mit einer Gesamtnennleistung von etwa 100 MW ans Netz angeschlossen. In den beiden Folgejahren 2013 (240 MW) und 2014 (478 MW) verdoppelte sich etwa jeweils die neu angeschlossene Kapazität der Offshore-Windenergieanlagen. In 2015 gingen sogar fast 2300 MW Offshore-Windleistung neu in Betrieb. Dieser außerordentlich hohe Wert ist in einem Fertigstellungsüberhang begründet, da viele dieser Anlagen bereits betriebsbereit auf See installiert waren, jedoch die erforderlichen Netzanschlüsse noch fehlten. In 2016 kamen Anlagen mit 818 MW Gesamtnennleistung neu zum Erzeugungsportfolio hinzu. Abzüglich des Rückbaus einer Nearshore-Anlage bei Hooksiel [Wind Europe] ergibt sich somit ein Nettozubau von 813 MW.

 

2017 begann für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergienutzung in deutschen Gewässern mit einer Zäsur für alle Beteiligten. Durch die Änderung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) erfolgte ein Systemwechsel von festgelegten Einspeisevergütungen hin zu Ausschreibungen mit jährlich festgelegten Ausschreibungsquoten für Offshore-WEA, die ab 2021 in Betrieb genommen werden. Die Ausschreibungen erfolgen durch die Bundesnetzagentur (BNetzA). Ziel ist es, einerseits einen geordneten Zubau im Einklang mit dem Ausbau der noch zu entwickelnden Offshore-Netze sowie die wettbewerbliche Ermittlung der Förderung der Windenergie auf See zu erreichen [BNetzA_Offshore]. Diese Maßnahme soll zur Reduzierung der Stromgestehungskosten der Offshore-Windenergie beitragen.

 

Einen Überblick zu den im deutschen Küstenmeer bzw. in der deutschen AWZ in Betrieb befindlichen Offshore-Windparks zeigen in chronologisch absteigender Ordnung nach Inbetriebnahmejahren die folgenden Tabellen für die Nordsee und die Ostsee.

 

 

Inbetrie-

bnahme

In

Name (+)

Anzahl

Nennleistung
MW

Wasser-
tiefe [m]

Küstenent-
fernung [km]

2017

Nordergründe

18

110,7

8

17

Nordsee One

54

332,1

28

45

Sandbank (+)

12 / 72

50,4 / 302,4

26

115

Veja Mate

67

402

39

92

2016

Gode Wind 1

55

344,5

30

36

Gode Wind 2

42

263,1

33

41

Sandbank (+)

60 / 72

252 / 302,4

28

117

2015

Amrumbank West (+)

80

302,4

22

61

Borkum Riffgrund 1

78

312

25

39

Butendiek

80

288

19

55

DanTysk (+)

58 / 80

219,2 / 302,4

25

94

Global Tech 1

70 / 80

350

39

110

Meerwind Süd/Ost

15 / 80

54 / 288

23

22

Nodrsee Ost

46 / 48

282,9 / 295,2

25

40

Trianel WP Borkum Phase 1

40

200

30

65

2014

DanTysk (+)

22 / 80

83,2 / 302,4

28

94

Global Tech 1

10 / 80

50

39

110

Meerwind Süd/Ost

65 / 80

234 / 288

24

26

Nordsee Ost

2 / 48

12,3 / 295,2

23

65

Riffgat (+)

30

108

21

22

2013

BARD Offshore

48 / 80

240 / 400

40

100

2012

BARD Offshore

16 / 80

80 / 400

40

100

2011

BARD Offshore

16 / 80

80 / 400

40

100

2010

alpha ventus

12

60

28

56

 

Offshore-Windparks in Betrieb nach Inbetriebnahmejahren, in der Nordsee (deutsche AWZ, Küstenmeer, Stand Dez 2017). Bei mit (+) gekennzeichneten Windparks wurden Leistungserhöhungen vorgenommen. Diese sind bei der angegebenen Nennleistung bereits berücksichtigt.

Datenquellen: [BSH Wind Nordsee], [BNetzA]

 

 

 

Inbetrie-

bnahme

In

Name

Anzahl

Nennleistung
MW

Wasser-
tiefe [m]

Küstenent-
fernung [km]

2017

Wikinger

70

350

39

77

2015

EnBW Baltic 2

80

288

35

61

2011

EnBW Baltic 1

21

48,3

18

17

 

 

Offshore-Windparks in Betrieb nach Inbetriebnahmejahren, in der Ostsee (deutsche AWZ, Küstenmeer, Stand Dez 2017).

Datenquellen: [BSH Wind Ostsee], [BNetzA]

 

Der Ausbau der Windenergie auf See in den Küstenmeeren Deutschlands bzw. in der zu Deutschland zugehörigen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) schritt 2017 weiter fort. Insgesamt gingen 221 Anlagen mit 1249 MW Gesamtnennleistung neu in Betrieb. Die zeitliche Entwicklung des Offshore-Ausbaus in Deutschland kann hier abgerufen werden. Ende 2017 waren somit insgesamt 5387 MW Offshore-Windleistung in deutschen Gewässern in Betrieb. Die Daten schließen zusätzlich verfügbare Leistungserhöhungen mit ein: Durch steuerungstechnische Maßnahmen haben sowohl einige Anlagen bestehender Projekte als auch in 2017 neu errichtete Offshore-Windparks die Möglichkeit erhalten, den Wert der regulären Leistungsbegrenzung auf nominale Anlagennennleistung bei Vorliegen passender Anlagen- und Umgebungsparameter temporär zu erhöhen. Technisch betrachtet werden durch die Leistungsänderungen keine Generatoren nachgerüstet, sondern durch Modifikationen der Betriebsführung können im Nennwind-bereich temporär bis zu 5 Prozent höhere Leistungen abgerufen werden, was zu einem höheren Energieertrag führen soll [Siemens_Power_Upgrade]. Diese rein steuerungstechnischen Eingriffe sind gemäß den Informationen im Marktstammdatenregister bereits seit 2015 bei einigen Offshore-Windparks umgesetzt worden. Einzelheiten hierzu können der folgenden Tabelle entnommen werden.

 

 

Änderungsjahr

OWP

dP / kW pro WEA

Anzahl WEA

dP gesamt / MW

2015

Riffgat

180

30

5,40

 

Amrumbank West

180

74

13,32

2016

Amrumbank West

180

6

1,08

2017

DanTysk

180

80

14,40

 

Sandbank

200

72

14,40

Gesamt

4 OWPs

 

262

48,6

Übersicht zu Leistungsveränderungen bei Bestandsanlagen.

Datenquelle:[BNetzA_EEG_Registerdaten]

 

Ein Ziel der Bundesregierung ist laut § 4 des EEG 2017 »…eine Steigerung der installierten Leistung von Windenergieanlagen auf See auf a) 6500 Megawatt im Jahr 2020 und b) 15 000 Megawatt im Jahr 2030« [EEG_2017]. Hierzu sollen mehrere Maßnahmen beitragen, die über die schrittweise Entwicklung und den Ausbau der Offshore-Netze und des mengengesteuerten mittelfristigen Ausbaus zur Zielerreichung beitragen sollen, wie in den Bundesfachplänen Offshore für AWZ Nordsee und AWZ Ostsee im Detail dokumentiert [BSH_Bundesfachplan_ONBSH_Bundesfachplan_Off]. Mit dem Ausbaustand 2017 rückt das erste Zwischenziel – 6500 Megawatt in 2020 – in greifbare Nähe: Zum ersten Ausbauziel fehlen »nur« noch 1100 MW. Ein Zwischenschritt der bereits in 2018 erreicht werden kann. Die folgende Abbildung zeigt den Status 2017 und die geplanten Ausbauziele 2020 und 2030.

 

 Erreichter Ausbaustand 2017 sowie Ausbauziele 2020 und 2030