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Netzausbau offshore

 

Die ÜNB erstellen neben dem NEP für den Landbereich auch einen O-NEP für die Nord- und Ostsee. Dieser ermittelt den Bedarf an Anbindungsleitungen für Offshore-Windparks und legt die zeitliche Reihenfolge fest, in der die Anbindungsleitungen errichtet werden sollen. In den folgenden Abbildungen sind alle Anbindungssysteme des Start- und Zubaunetzes entsprechend der Bestätigung des O-NEP 2030 sowie die Cluster in Nord- und Ostsee dargestellt. Zu sogenannten Clustern werden Windparks, die in einem räumlichen Zusammenhang stehen, zusammengefasst und über eine gemeinsame Sammelanbindung angeschlossen. Die BNetzA prüft die vorgeschlagenen Maßnahmen im O-NEP in Abstimmung mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hinsichtlich ihrer energiewirtschaftlichen Notwendigkeit.

 

 

Darstellung des Offshore-Netzes in der Nordsee im

O-NEP 2030

Datenquelle: [Bundesnetzagentur]

Darstellung des Offshore-Netzes in der Ostsee im

O-NEP 2030

Datenquelle: [Bundesnetzagentur]

 

 

 

 

In der Nordsee wurden 14 unterschiedliche Cluster identifiziert, in der Ostsee weitere 5. Standard für solche Sammelanbindungen sind 900 MW Gleichstromsysteme mit einer Spannung von 320 kV [BSH]. Mit den bisher fertiggestellten Netzanbindungssystemen werden in der Nordsee Cluster 0 (Riffgat, Nordergründe), Cluster 2 (alpha ventus, DolWin1 & 3), Cluster 3 (DolWin2), Cluster 4 (HelWin1 & 2), Cluster 5 (SylWin1), Cluster 6 (BorWin1 & 2) und Cluster 8 (BorWin3) sowie Cluster 1 (Wikinger) und Cluster 3 (Baltic1 & 2) in der Ostsee erreicht und stehen damit zur Übertragung des Stroms vom Windpark in das Netz zur Verfügung.

 

Ab 2026 werden Ausschreibungen auf Flächen in Nord- und Ostsee stattfinden, die staatlich voruntersucht werden. Für den Zeitraum zwischen 2021 und 2025 findet zunächst ein Übergangsmodell Anwendung. Der Ausbau infolge dieser Ausschreibungen wird mit 500 MW in 2021 in der Ostsee, 500 MW in 2022 in Nord- oder Ostsee, jeweils 700 MW in den Jahren 2023 bis 2025 in Nord- oder Ostsee verteilt. Der O-NEP 2025 soll die Erreichung dieser Vorgaben ermöglichen. Zudem regelt dieser einen »clusterübergreifenden Netzanschluss« (ausnahmsweise Zulässigkeit des Anschlusses eines Windparks über einen anderen Cluster als denjenigen, in welchem sich der betroffene Windpark befindet). [Bundesnetzagentur]

 

Am 22. Dezember 2017 wurde der zweite Entwurf des O-NEP 2030 von der BNetzA bestätigt. Es ist der vierte O-NEP und er wird nicht wieder in einer neuen Version aufgelegt werden. Der O-NEP 2030 bildet somit die Grundlage für den Ausbau der Offshore-Windenergie ab dem Jahr 2026 [Bundesnetzagentur]. Anschließend wird er durch einen Flächenentwicklungsplan entsprechend § 6 WindSeeG abgelöst. Das BSH legt hierin im Einvernehmen mit der BNetzA die Flächen fest, auf denen künftig Windparks errichtet werden sollen. Zugleich wird festgelegt, wie und wann diese Flächen angebunden werden. Der Flächenentwicklungsplan wird damit zukünftig das zentrale Planungsinstrument für die Nutzung der Windenergie auf See. [BNetzA_Ausschreibungen] ; [Offshore_Netzentwicklungsplan

 

 

 

Die Gesamtlänge des Zubau-Offshorenetzes in den Szenarien A 2030, B 2030 und C 2030 beläuft sich jeweils auf rund 2277 km, wobei 1527 km auf DC-Netzanbindungssysteme in der Nordsee und 540 km auf AC-Netzanbindungssysteme in der Ostsee entfallen. Im Szenario B 2035 wird aufgrund des deutlich höheren Transportbedarfs in 2035 von 3702 Kilometer ausgegangen. Die Gesamt-Übertragungskapazität des Zubau-Offshorenetzes beträgt 7,4 GW für das Zieljahr 2030, wobei 5 GW auf die Nordsee und 2,4 GW auf die Ostsee entfallen. Für das Zieljahr 2035 werden 11,4 GW ermittelt. Das geschätzte Investitionsvolumen für das deutsche Offshorenetz wird bis 2030 mit rund 17 Mrd € und im Szenario B 2035 mit rund 24 Mrd € angenommen. [UeNB]

 

Im September 2016 begann der Bau der 623 km langen Stromtrasse von Deutschland nach Norwegen. Das HGÜ-Seekabel »NordLink«, mit einer Kapazität von 1400 MW, soll ab 2019 im Probebetrieb die norwegischen Pumpspeicherkraftwerke mit dem deutschen Stromnetz verbinden, um den Austausch erneuerbarer Energie zu vereinfachen. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant. [TenneT]