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Tagesgänge Deutschland

 

Die Abbildung zeigt den zeitlichen Verlauf der eingespeisten Windleistung an extremen Tagen in 2017 und verdeutlicht welchen besonderen Situationen und Leistungsschwankungen das Stromnetz ausgesetzt ist. Der bislang absolute Höchstwert der Windleistung wurde am 28. Oktober 2017 mit 43 546 MW zwischen 21 Uhr und 22 Uhr erreicht.Der Tag mit der höchsten mittleren Windleistung (39 190 MW) über 24 Stunden konnte am 24. Dezember 2017 beobachtet werden. Begünstigt durch ein Sturmtief mit hohen Windgeschwindigkeiten und einer großen räumlichen Ausdehnung wurden besonders hohe Werte gemessen. Im Durchschnitt liegt die Leistung des »Windpark Deutschland« bei 12 275 MW. An 24. Dezember 2017 wurde das 3,2-Fache der mittleren täglichen Leistung erzeugt, mit einem entsprechenden Energieertrag von 940 GWh.Bezogen auf den Anteil von Windstrom an der Einspeisung in das Netz, lag Deutschland an diesem Tag im europäischen Vergleich auf Platz zwei mit 71 Prozent. Dänemark war an diesem Tag Spitzenreiter und konnte 98 Prozent seines Strombedarfs durch die Einspeisung von Windstrom abdecken. Europaweit lag der Durchschnitt bei ca. 22 Prozent [Wind Europe]

 

 

 

 

Extreme Tagesgänge der Einspeisung von Windstrom in das deutsche Stromnetz 2017, basierend auf viertelstündigen Hochrechnungen der Windleistung und des Strompreisverlauf dieser Extremtage am EPEX Spot Auktionsmarkt
Datenquellen:  [Hochrechnung 50Hz]; [EPEX]



Der Tag mit den niedrigsten Winderträgen war der 22. September 2017. Mit einer durchschnittlichen Leistung von 755 MW, entspricht 6 Prozent der mittleren täglichen Leistung, wurden an diesem Tag nur 18,1 GWh Windstrom eingespeist.Die maximale absolute Zunahme der Windleistung innerhalb einer Stunde wurde am 17. Mai 2017 gemessen. Von 20.00 Uhr bis 21.00 Uhr stieg die Windleistung um 4521 MW auf ca. 16 558 MW an, was einem Leistungsanstieg von rund 38 Prozent innerhalb einer Stunde entspricht.

 

 Ein gegenteiliges Verhalten und eine sehr starke Leistungsabnahme war am 30. Juli 2017 zu beobachten. Hier sank die Windleistung von 18.00 Uhr bis 19.00 Uhr um 5086 MW. Kurz vor der starken Leistungsabnahme kam innerhalb von sieben Stunden die Sechs-Stunden Regel zum Tragen. Mit Beginn der negativen Strompreise am Spotmarkt um 10.00 Uhr wurde bis 17.00 Uhr keine Marktprämie für die Direktvermarkter ausgezahlt. Der niedrigste Wert für Strom am Spotmarkt wurde am 29. Oktober 2017 erzielt. Er lag bei -8,3 ct / kWh.

 

Der Einfluss der Einspeisung aus Wind und anderen Erneuerbaren spiegelt sich teilweise in den zeitlichen Verläufen der Börsenstrompreise wieder. So konnte am 30. Juli zusammen mit den negativen Strompreisen eine starke Einspeisung von Fotovoltaik verzeichnet werden [Agora Energiewende]. Auch steht der Tag mit dem geringsten Strompreis in Zusammenhang mit einem Sturmtief. Dennoch sind Faktoren, die die Preisbildung beeinflussen vielschichtig und nicht ausschließlich auf einzelne Erzeuger zurückzuführen.