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Strompreise in Deutschland

 

Der durchschnittliche Strompreis, den ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 - 5000 kWh zahlt, beträgt Mitte 2017 30,48 ct / kWh (vgl. Abbildung). Der Preis für die Endverbraucher hat sich somit binnen 5 Jahren um 17,5 Prozent erhöht. Für große Industrieabnehmer ist der Preis nach einem Tiefststand bei 11,3 ct / kWh in der ersten Jahreshälfte 2016 binnen eines Jahres wieder auf 14,47 ct / kWh gestiegen. [Eurostat]

 

 

 

 

Strompreisentwicklung

Datenquellen: [Eurostat]; [EPEX][50Hertz Marktprämie]

 

 

Der Strompreis, den Industrie- und Privatkunden zahlen, enthält neben den Kosten der Energieerzeugung und des Vertriebs auch verschiedene Preisaufschläge. Der Kostenblock Erzeugung, Transport und Vertrieb, der 2017 46 Prozent des Strompreises ausmacht, ist in den letzten fünf Jahren nahezu konstant geblieben (vgl. Abbildung). Daneben setzt sich der Strompreis aus acht staatlich festgesetzten Abgaben und Umlagen zusammen [BDEW]:

 

 

 

 

 

Zusammensetzung des Strompreises für Haushalte mit einem Verbrauch von 3500 kWh im Jahr

Datenquelle: [BDEW]

 

  

Die EEG-Umlage stieg 2017 von 6,35 ct / kWh auf 6,88 ct / kWh (+ 8,3 Prozent) und wird 2018 wieder leicht auf 6,79 ct / kWh sinken. Der Grund dafür ist vor allem das Abschmelzen der Liquiditätsreserve. Die Umlagen für die einzelnen Technologien führen weiterhin zu einem Anstieg der Förderhöhe. Hier wirken sich unter anderem die steigenden Einspeisemengen von Offshore-Strom aus, die besonders im Zeitraum der  Anfangsvergütung und aufgrund des Stauchungsmodells mit hohen Einspeisevergütungen verbunden sind.

 

 

 

 

Zusammensetzung der EEG-Umlage

Datenquelle: [UeNB]

 

 

Bei der Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen (§§ 40 ff. EEG) zahlen die begünstigten Unternehmen je nach Stromverbrauch und -intensität eine geringere EEG-Umlage oder werden komplett befreit. Im Jahr 2016 profitierten 2835 Abnahmestellen mit einer privilegierten Strommenge von 107 233 GWh, während es 2015 noch 2941 Abnahmestellen mit einer Strommenge von 108 127 GWh waren. [BMWi] Nach Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbarer Energien (BEE) aus dem Jahr 2014 erhöht das Industrieprivileg die EEG-Umlage in einer Größenordnung von 1,26 ct / kWh. Den Effekt sinkender Börsenstrompreise beziffert dieselbe Studie auf 1,47 ct / kWh. [EEG]

 

Die ÜNB berechnen jedes Jahr im Oktober die EEG-Umlage, die im folgenden Jahr fällig wird. Für die Berechnung der Umlage wird der September-Kontostand verwendet. Aufgrund von Abweichungen zwischen Prognose und realer Entwicklung lag der Kontostand im September 2017 (Berechnungsbasis für die Umlage im Folgejahr) bei 3,3 Mrd Euro. Die positive Deckung des Kontos wirkt sich in der EEG-Umlage mit 0,95 ct / kWh aus (vgl. Abbildung). Um Unsicherheiten in der Berechnung der ÜNB aufzufangen, wurden 0,441 ct / kWh als Liquiditätsreserve vorgesehen. [UeNB] Der Umfang in dem die besonderen Ausgleichsregelungen für stromintensive Unternehmen nach Abschnitt 2 EEG in Anspruch genommen wurden, lag mit 2753 Abnahmestellen und einer privilegierten Strommenge von 105 683 GWh auf dem Vorjahresniveau. [BMWE]

 

Das Börsenhandelsvolumen für Deutschland und Österreich (Phelix) am EPEX-Spotmarkt hat sich von 135 TWh in 2009 auf über 264 TWh im Jahr 2015 verdoppelt. Dazu trägt auch die seit 2010 eingeführte Pflicht zur Vermarktung des EEG-Stroms über die Börse bei. [BNetzA] Der Börsenpreis sank Anfang des Jahres 2016 weiter auf ein Rekordtief. Die Monate Februar bis Mai verliefen auf sehr niedrigem Niveau. Im Herbst stiegen die Preise wieder und überstiegen ab November das Vorjahresniveau. Dazu trug auch eine starke Nachfrage aus dem Ausland bei, nachdem in Frankreich mehrere Atomkraftwerke wegen Sicherheitsüberprüfungen vom Netz genommen werden mussten.

 

Bereits 2015 gab es einen Rekord beim Stromexport. Der Exportüberschuss lag bei 49 120 GWh, eine Steigerung um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit erzielte Deutschland in 2015 einen Außenhandelsüberschuss von 2,06 Mrd €. Dabei wurden 35 718 GWh Strom für durchschnittlich 4,22 ct / kWh importiert und 84 838 GWh mit durchschnittlich 4,21 ct / kWh exportiert [DeStatis].

 

 

 

 

 

 Außenhandel Strom

Datenquelle: [DeStatis]

 

2017 hat sich die Außenhandelsbilanz im Strommarkt zum Vorjahr nur wenig verändert. Der Exportüberschuss stieg auf 52 849 GWh. Damit erzielte Deutschland in 2017 einen Außenhandelsüberschuss von 1,81 Mrd € (Vorjahr 1,74 Mrd €). Dabei wurden 26 916 GWh Strom für durchschnittlich 3,832 ct / kWh importiert und 79 739 GWh mit durchschnittlich 3,56 ct / kWh exportiert [DeStatis]. Wichtigste Exportländer waren die Niederlande, Österreich und die Schweiz. Stromimporte kamen vor allem aus Frankreich, Dänemark und Tschechien.

 

 

 


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